⚡ PHP · Konfiguration

PHP für WordPress:
welche Version, welche Limits.

PHP ist das Fundament jeder WordPress-Installation. Welche Version WordPress 6 wirklich braucht, welche Extensions zwingend sind und welche Limits du setzen solltest – mit konkreten Werten aus der Praxis und Optimierungs-Tipps für Performance, inklusive WordPress-spezifischer Konstanten.

PHP-Version: 8.1, 8.2 oder 8.3?

WordPress 6 unterstützt offiziell PHP 7.4, 8.0, 8.1, 8.2 und 8.3. Empfehlung im Mai 2026:

  • PHP 8.3 als Standard.Aktuelle stabile Version, beste Performance, alle modernen Plugins kompatibel. Sollte erste Wahl sein, wenn dein Hoster sie anbietet.
  • PHP 8.2 als Fallback.Wenn einzelne ältere Plugins Probleme mit 8.3 haben – immer noch supported und sicher.
  • PHP 8.1 nur in Ausnahmefällen.Active Support bereits vorbei, Security Support endet bald. Wer noch auf 8.1 ist, sollte upgraden.
  • PHP 7.4 nicht mehr.Bekommt keinen Security-Support mehr. Auch wenn WordPress es noch toleriert: Risiko.

Pflicht-Extensions im Detail

WordPress braucht über das PHP-Standard-Setup hinaus eine Reihe von Extensions. Bei Standard-Hosting fehlen einzelne davon manchmal:

Datenbank und Strings

  • mysqli(empfohlene MySQL-Anbindung) oder pdo_mysql (alternativ).
  • mbstringMulti-Byte-Strings für korrekte Umlaut-Verarbeitung und Multilingual-Plugins.
  • iconvCharset-Konvertierungen, oft schon dabei.
  • jsonPflicht ab WordPress 5.x.

Grafik und Bilder

  • GDStandard-Grafik-Bibliothek für WordPress-Bild-Verarbeitung. Pflicht für Thumbnail-Erzeugung beim Upload.
  • Imagick (empfohlen)Bessere Bildqualität als GD, viele moderne Themes nutzen es bevorzugt. Wenn vorhanden, nimmt WordPress automatisch Imagick statt GD.
  • exif (optional)Für Bild-Metadaten, manche Galerie-Plugins brauchen das.

Netzwerk und Verschlüsselung

  • curlHTTP-Client für WordPress-Updates, REST-API und Plugin-Downloads.
  • opensslSSL/TLS, Hashing.
  • zipUpdate-Pakete entpacken, Backup-Plugins (UpdraftPlus, All-in-One WP Migration) brauchen das.

XML

  • xml, dom, simplexmlRSS-Feeds, Sitemaps, XML-Konfigurationen.
  • libxmlStandard-Library, bei modernen PHP-Builds dabei.

Optional, aber wichtig für viele Plugins

  • intlInternationalisierungs-Funktionen, einige Multi-Language-Plugins (WPML) brauchen das.
  • bcmathMathematische Operationen mit beliebiger Präzision – WooCommerce nutzt das für Preis-Berechnungen.
  • gmpGNU Multiple Precision, manche Sicherheits-Plugins erwarten das.

PHP-Limits konfigurieren

Auch bei korrekter Version und vollständigen Extensions können Limits dafür sorgen, dass WordPress scheitert – besonders bei plugin-lastigen Sites. Hier die Werte, die wir bei WordPress-Mandaten als Standard setzen:

memory_limit

Wie viel RAM PHP pro Skript-Aufruf maximal nutzen darf. WordPress-Mindestwert: 64 MB (laut wp_initial_constants). Empfehlung: 256 MB. Bei WooCommerce-Shops oder Page-Buildern: 512 MB.

WP_MEMORY_LIMIT

WordPress hat eine eigene Memory-Konstante in wp-config.php, die zusätzlich zum PHP-memory_limit wirkt. WordPress setzt WP_MEMORY_LIMIT per Default auf 40 MB (Frontend) bzw. 256 MB (Admin via WP_MAX_MEMORY_LIMIT). Bei plugin-lastigen Sites lohnt sich:

define( 'WP_MEMORY_LIMIT', '256M' );
define( 'WP_MAX_MEMORY_LIMIT', '512M' );

Wichtig: WP_MEMORY_LIMIT kann den PHP-memory_limit nicht überschreiten. Wenn PHP nur 128 MB erlaubt, bringt WP_MEMORY_LIMIT 512M nichts.

max_execution_time

Wie lange ein PHP-Skript maximal laufen darf. Standard 30 Sekunden ist zu wenig für WordPress-Updates, größere Backups oder WooCommerce-Bestellungen. Empfehlung: 120 s.

upload_max_filesize und post_max_size

Maximale Größe von Datei-Uploads im WordPress-Backend. Beide sollten gleich groß sein und mindestens 64 MB betragen. Bei Sites mit großen Medien (Videos, hochaufgelöste Bilder) auch 128 MB oder mehr.

max_input_vars (besonders wichtig bei Page-Buildern)

Maximale Anzahl an Form-Variablen pro Request. Bei Page-Buildern wie Elementor, Divi oder Beaver Builder reicht der Standard 1.000 oft nicht – komplexe Templates können 3.000+ Variablen erzeugen. Empfehlung: 5.000. Symptom bei zu niedrigem Wert: Page-Builder-Einstellungen werden beim Speichern teilweise verworfen.

max_input_time und default_socket_timeout

Beide auf mindestens 60 Sekunden, gerne 120. Wichtig für externe API-Aufrufe und Update-Checks.

OPcache: Performance-Booster

OPcache ist eine PHP-Extension, die kompilierten Bytecode cachet. Bei WordPress-Sites bringt das eine drastische Performance-Verbesserung – oft 30 bis 50 % schnellere Antwortzeiten:

  • opcache.enable=1OPcache aktivieren.
  • opcache.memory_consumption=128128 MB für gecachten Bytecode reichen für mittlere WordPress-Sites mit 20–30 Plugins.
  • opcache.max_accelerated_files=10000Genug für die meisten WordPress-Installationen mit vielen Plugins.
  • opcache.revalidate_freq=60OPcache prüft alle 60 Sekunden auf Code-Änderungen.

PHP-Konfiguration prüfen

WordPress-Backend: Werkzeuge → Website-Zustand → Info → Server. Dort sind alle aktiven PHP-Werte sichtbar. Bei Problemen mit Limits ist das die erste Anlaufstelle.

Alternativ Plugin „WP Server Stats" oder einfach eine PHP-Datei mit nur <?php phpinfo(); ?> ins Webroot legen, im Browser aufrufen. Wichtig: nach dem Check sofort wieder löschen – die Datei verrät zu viele Server-Details.

PHP bei unserem WordPress-Hosting

Bei unserem WordPress-Tarif ist PHP 8.3 mit allen relevanten Extensions vorkonfiguriert – einschließlich Imagick für bessere Bildqualität. Alle hier genannten Limit-Empfehlungen sind als Default gesetzt:

  • memory_limit: 256 MB
  • max_execution_time: 120 s
  • upload_max_filesize: 64 MB
  • post_max_size: 64 MB
  • max_input_vars: 5.000 (für Elementor und andere Page-Builder)
  • OPcache aktiv mit WordPress-optimierten Werten

Damit läuft WordPress ohne Tuning-Aufwand. Wer Custom-Konfiguration braucht (z. B. höhere Limits für spezielle Plugins), kann einzelne Werte über .htaccess oder php.ini anpassen.

FAQ

Häufige Fragen

Welche PHP-Version sollte ich für WordPress 6 nehmen?
Aktuell empfehlen wir PHP 8.3. Es ist die neueste stabile Version mit langem Support, hat die beste Performance und ist mit allen modernen Plugins kompatibel. PHP 8.2 ist als Fallback gut, PHP 8.1 nähert sich seinem Security-Support-Ende, PHP 7.4 sollte nicht mehr genutzt werden.
Was ist der Unterschied zwischen PHP memory_limit und WP_MEMORY_LIMIT?
memory_limit ist die globale PHP-Einstellung, die für alle Skripte gilt. WP_MEMORY_LIMIT ist eine WordPress-spezifische Konstante in wp-config.php, die WordPress als Selbst-Beschränkung nutzt. WP_MEMORY_LIMIT kann den PHP-memory_limit NICHT überschreiten – wenn PHP nur 128 MB erlaubt, sind 256 MB in WP_MEMORY_LIMIT wirkungslos.
memory_limit auf 256 MB ist viel. Brauche ich das wirklich?
WordPress-Core kommt mit weniger aus, aber: bei Plugin-lastigen Sites (WooCommerce, Elementor, Yoast, WPForms etc.) werden die 128 MB schnell verbraucht. 256 MB als Default ist eine sichere Wahl. Bei kleinen Blog-Sites kann 128 MB reichen.
max_input_vars für Elementor und Co.
Page-Builder wie Elementor, Divi und Beaver Builder können bei komplexen Templates 3.000+ Form-Variablen pro Request erzeugen. Der PHP-Default von 1.000 reicht da nicht. Symptom: Page-Builder-Einstellungen werden beim Speichern teilweise verworfen, ohne dass du erkennst warum. Wir setzen max_input_vars ab Werk auf 5.000.
Wie aktiviere ich PHP-Extensions, wenn sie fehlen?
Im Shared-Hosting hat man meistens keinen direkten Zugriff. Bei manchen Hostern lässt sich pro PHP-Direktive über .htaccess oder Hosting-Backend (Plesk, cPanel) tunen. Bei VPS oder dedizierten Servern editierst du php.ini direkt. Bei unserem Hosting sind alle WordPress-relevanten Extensions ab Werk aktiv.
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